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Das Frauenhaus informiert zum Gewaltschutzgesetz

Seit Beginn des Jahres 2002 ist das neue Gewaltschutzgesetz in Kraft getreten. Frauen, deren Partner gewalttätig wurden, werden dadurch wirksamer geschützt. Im Gegensatz zu früher wird bei Polizeieinsätzen nicht mehr von Familienstreitigkeiten sondern von häuslicher Gewalt gesprochen und dementsprechend gehandelt. Frauen und Kinder werden getrennt vom Partner vernommen, die Polizei nimmt Beweise auf. Bei Gefahr für Leib, Leben und Freiheit der betroffenen Frauen und Kinder wird der Mann aus der Wohnung verwiesen oder von der Polizei in Gewahrsam genommen. Gewalt gilt nicht mehr als "Kavaliersdelikt" sondern als Gewalthandlung und Straftat von Männern gegenüber ihren Partnerinnen, die je nach Schwere der Tat konsequent strafrechtlich verfolgt wird.

Frauen können beim Familiengericht Schutzanordnungen beantragen, wenn der Partner gewalttätig wurde. Dem Partner kann verboten werden, die gemeinsame Wohnung zu betreten, Kontakt zu ihr oder den Kindern aufzunehmen oder bestimmte Orte wie bspw. Kindergarten, Arbeitsplatz der Frau oder Schule aufzusuchen. Es kanneine einstweilige Anordnung auf Wohnungszuweisung beantragt werden, was neuerdings auch für unverheiratete Paare gilt. Es ist sinnvoll, sich bei der Inanspruchnahme dieser zivilrechtlichen Möglichkeiten von Frauenberatungsstellen oder Interventionsstellen beraten zu lassen.

Da das neue Gewaltschutzgesetz nicht in jedem Fall einen wirksamen Schutz für Frauen und ihre Kinder darstellt, sind Frauenhäuser als Zufluchtsstätte nach wie vor wichtig. Seit Inkrafttreten des neuen Gesetzes wenden sich mehr Frauen an die Beratungsstelle des Vereins "Frauen helfen Frauen e.V.". Die Beratungsstelle des Frauenhauses (Tel.: 06431/23200) wird häufiger kontaktiert und Termine mit Frauen, die nicht im Frauenhaus wohnen, werden vereinbart. Diese Tendenz lässt sich auch in anderen hessischen Städten beobachten.

(Juni 2002)

 

Mehr Frauen und Kinder im Frauenhaus Limburg

Gewalt in der Familie oder in Partnerschaften ist leider keine Seltenheit, sondern für viele Frauen und Kinder bitterer Ernst. Betroffene Frauen können mit ihren Kindern Zuflucht in Frauenhäusern finden, wo sie für einige Zeit unterkommen können. Hier sind sie zunächst sicher und haben die Möglichkeit, ihre Zukunft in Ruhe zu planen. Das Frauenhaus Limburg besteht seit 1986. Im vergangenen Jahr bot es insgesamt 85 Frauen und 83 Kindern aus 22 verschiedenen Nationen Unterkunft. Die durchschnittliche Belegung liegt bei 85% (+ 16,7% gegenüber 2000). Das Frauenhaus Limburg ist hiermit am Rande seiner Belegungskapazität. Selten ist ein Platz für einige Tage frei. Diese Tendenz zeigt sich in allen hessischen Frauenhäusern, was möglicherweise auf die vermehrte Öffentlichkeitsarbeit in Bezug auf das neue Gewaltschutzgesetz und die damit verbundene Enttabuisierung häuslicher Gewalt zurückzuführen ist. Die angespannte wirtschaftliche Situation (Euro-Einführung etc.) führt oftmals in Privathaushalten zu Eskalationen, die zum Teil in häuslicher Gewalt enden.

Die meisten Frauen, die im Frauenhaus leben, sind junge Frauen im Alter von 19 bis 35 Jahren mit ihren Kindern im Säuglings- und Vorschulalter. Gerade diese Frauen sind wirtschaftlich und emotional besonders abhängig von ihren Partnern, da sie beispielsweise weniger Sozialkontakte pflegen und nicht arbeiten gehen können, und weil sie kaum (finanzielle) Möglichkeiten zur Kinderbetreuung haben. Von 85 Frauen hatten nur 42 eine Berufsausbildung.

Die meisten Frauen leben bis zu drei Monaten im Frauenhaus. Zur Zeit bleiben jedoch viele Frauen deutlich länger dort, da sie bei ihrer Wohnungssuche auf erhebliche Vorurteile stoßen. Frauen, die nicht im Limburger Frauenhaus aufgenommen werden können, werden an andere Frauenhäuser - sofern dort ein Platz zu erhalten ist- weitervermittelt. Da die Belegungssituation zur Zeit in allen Frauenhäusern angespannt ist, können hilfesuchende Frauen in jedem Fall in der Beratungsstelle, Schaumburgerstraße 3, Tel.: 06431/23200 Hilfe erhalten.

(Juli 2002):


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